Carding

Besitzer von Collies, Australian Shepherds, Deutschen Schäferhunden oder einem Labrador kennen das:

Nach jedem Fellwechsel sieht das Fell etwas stumpfer – irgendwie verklebt – aus und der Hund kratzt sich.

Grund ist die Unterwolle, die bei einer Reihe von Hunderassen ausgedünnt oder entfernt werden muss, um die Gesundheit des Hundes zu erhalten. Dies gehört unbedingt zur Fellpflege.

Das Verfahren, mit dem die überschüssige Unterwolle entfernt wird, wird „Carding“ genannt.

Hunderassen mit doppelter Fellstruktur müssen zum

„Entwollen“!

Im Regelfall erlebt ein Hund zweimal im Jahr einen Fellwechsel. Die dabei absterbenden Haare fallen auf den Boden oder bleiben im Fell hängen. Schnell verkleben oder verfilzen sich dann die Haarschichten.

Hunde mit doppelter Fellstruktur – neben den oben genannten auch der Golden Retriever oder der Berner Sennenhund – leiden dann besonders. Die Anzahl der „Wollmäuse“ in der Wohnung steigt an und der geliebte Vierbeiner fühlt sich nicht mehr wohl, leckt und kratzt vermehrt.

Hier muss professionell Abhilfe geschaffen werden.

Warum ist das so wichtig?

Die Hauptaufgabe des Hundefelles ist es, die Körpertemperatur des Hundes mitzuregeln, stabil zu halten und auch vor Regen und Kälte zu schützen. Dieser Aufgabe kann das Fell aber nicht nachkommen, falls eine verklebte oder verfilzte Unterwolle dies verhindert.

Folge ist, dass der Hund im Sommer oder im warmen Zuhause ständig schwitzt und sich nicht wohlfühlt.

Nach einem Regenschauer wiederum, trocknet das Fell nur sehr langsam. Der Hund friert und erkältet sich vielleicht am Ende.

Es kann aber noch schlimmer kommen.

Durch Schweiß oder nicht abgetrocknetem Fell können durch ständige Feuchtigkeit Hautirritationen entstehen, die schlimmstenfalls zu Geschwüren führen!

Deshalb: Zweimal im Jahr den Hund von der „Wolle“ befreien, am bestem beim Fellwechsel.

Wie läuft „Carding“ ab?

Der Begriff kommt aus der englischen Sprache, wird in Verbindung mit Wolle und Baumwolle benutzt und sinngemäß für „kämmen“ von verfilzter Wolle benutzt.

Beim Hund wird dieser Begriff für das schmerzfreie Entfernen oder Ausdünnen der Unterwolle benutzt.

Es kommen spezielle Unterwollbürsten oder Unterwollkämme zum Einsatz, die eine schneidende Funktion haben, ohne das Deckhaar zu beschädigen. Auch elektrische Geräte sind im Einsatz.

Der Hund wird dabei auf den Behandlungstisch gestellt und das gesamte Fell, ohne Kopf, Ohren und Schwanz, mit den Geräten durchkämmt, wobei unterschiedlich „Schnitttiefen“ einstellbar sind.

Dieses „Unterwolle-schneidende Durchkämmen“ erfordert viel Erfahrung.

Bei einem mittelgroßen Hund dauert diese Prozedur etwa 1-2 Stunden.

Erstaunlich ist, wie viel Unterwolle dabei zusammenkommt. Oft würde es für die Füllung eines Kissens reichen.

Danach ist das Fell wieder „luftig“, das Deckhaar glänzt, Wollmäuse gehören der Vergangenheit an.

Do it yourself?

Zwar gibt es Unterwollbürsten im Fachhandel, jeder Hund und sein Fell sind aber sehr individuell.

Sie müssten verschiedene Größen dieser Geräte ausprobieren und selbst dann wären die Ergebnisse oft nicht zufriedenstellend, weil dies einiges an Geschick und Erfahrung verlangt.

Diese Arbeit sollten Sie deshalb besser einem professionellen Hundesalon überlassen, die Verletzungsgefahr ist schlicht zu groß.